Langsames Essen schützt vor Übergewicht

Schon 2018 bestätigte eine große japanische Studie: Schnelles Essen macht dick. Neuere Untersuchungen zeigen, dass besonders Männer ihr Gewicht durch die Essgeschwindigkeit beeinflussen können.

Forscher der Kyushu University analysierten das Essverhalten von fast 60.000 japanischen Diabetikern. Über 30.000 von ihnen gaben an, in normalem Tempo zu essen, etwa 22.000 verschlangen ihre Mahlzeiten und nur ca. 4.000 genossen ihr Essen langsam. Auffällig war, dass in der Gruppe der Langsamesser weniger stark übergewichtige Menschen waren, und ihre Taillen im Durchschnitt schlanker waren. Die Wissenschaftler vermuten, dass Schnellesser „über den Hunger hinaus essen“, während Langsamesser das natürliche Sättigungsgefühl nutzen, das sich nach etwa 20 Minuten einstellt, und so weniger Kalorien zu sich nehmen.

Eine Untersuchung im Frühling 2019 zeigte, dass das Esstempo das Körpergewicht von Männern und Frauen unterschiedlich beeinflusst. Männer profitieren von langsamem Essen, indem es ihr Übergewichtsrisiko senkt, während schnelles Essen das Risiko erhöht. Bei Frauen wirkte sich schnelles Essen zwar negativ auf die Figur aus, langsames Essen reduzierte jedoch nicht das Übergewichtsrisiko.

Die Wissenschaftler sehen in der Essgeschwindigkeit einen Schlüssel zur Gewichtsregulierung. Schnelllebige Essgewohnheiten wie „Food to go“ und das Essen vor dem Computer nehmen zu, während gemeinsames Essen seltener wird. Kinder sollten bereits von klein auf langsames, bewusstes und gesundes Essen lernen und wissen, dass es in Ordnung ist, das Essen stehen zu lassen, wenn sie satt sind